Die Berliner taz hat sich in den öffentlich-rechtlichen Digitalkanälen umgesehen und vier bemerkenswerte Sendungen entdeckt. Eine davon: der Elektrische Reporter. Wir zitieren:
Das rockt: Mario Sixtus gehört mit seinem elektrischen Reporter schon seit Jahren mit zu dem Besten, was der hiesige Journalismus zu Internetthemen zu bieten hat – erst unabhängig vom ZDF, nun in dessen Dienst. Im deutschen Fernsehen informiert niemand so treffend über eBook-Markt, Internetaktivisten, Datenjournalismus oder alles andere, was gerade so ansteht. Vor allem mit einer Masse von Bildideen für dröge Internetthemen, von denen sich andere Redaktionen noch ziemlich viel abgucken könnten. Da werden die Geschichten interessanter Netzprotagonisten anhand eines Tweets erzählt oder aber darüber spekuliert, wie sich technische Entwicklungen von heute auf die vernetzte Welt von morgen auswirken können. Ach wären doch alle ZDF-Sendungen optisch und inhaltlich so weit vorne! Und alle Moderatoren so herrlich trocken wie Sixtus. Das floppt: Niemand versteht, wann die Sendungen wiederholt werden.
Wir erröten leise vor uns hin und hauchen: "Dankeschön!"
Neulich bei der WirtschaftsWoche waren wir mit Chefredakteur Roland Tichy verabredet. Er wollte uns eigentlich die neue iPad-App der WiWo zeigen, hatte dann aber leider keine Zeit. Wir haben die Kamera trotzdem laufen lassen.
— Julius Endert, 25. Februar 2012, 10:03, Kommentare [3]
Wir suchen eine redaktionelle Hilfskraft für Recherche und Dokumentation. Ideal als Nebenjob für Journalismusstudenten/-innen o.ä.
Deine Aufgabe besteht darin, zu vorgegebenen Themen Web- und Offline-Recherche zu betreiben. Du sammelst Artikel, Statements, Kommentare und Hintergründe aus dem Netz sowie aus aktueller Literatur und journalistischen Publikationen ein, und Du suchst währenddessen quasi nebenbei nach potenziellen Interviewpartnern/O-Ton-Gebern zu den jeweiligen Themen. Die Ergebnisse dieser Streifzüge fasst Du in hochdestillierte aber lesbare Recherche-Memos zusammen, nebst Quellenangaben und Linklisten (wir sind hier schließlich nicht bei Guttenbergs).
Wir berichten über sämtliche Aspekte von Netzkultur, Netzpolitik und über neueste Web-Entwicklungen. Daher solltest Du wissen, wer Clay Shirky und Danah Boyd sind, was die Internet-Enquete-Kommission treibt, was Foursquare von Gowalla unterscheidet, Tumblr von Posterous und http von HTML. Du kennst Meme und Meta-Tags, Du ruft jedes Mal "Bingo", wenn Politiker vom Internet als "rechtsfreiem Raum" schwadronieren, Du inhalierst RSS-Feeds, hast Tweets in Deinen Adern und Deine Gedanken in der Cloud.
Es handelt sich um eine freiberufliche Tätigkeit, die nach Tagessätzen vergütet wird. Du kannst entweder in unserem kuscheligen Büro arbeiten oder von wo immer Du willst. Momentan gehen wir davon aus, dass der Job ein bis zwei Tage pro Woche in Anspruch nimmt.
Es gibt Dinge, bei denen ist es ganz gut, dass man nicht genau weiß, wie sie hergestellt werden. Wurst zum Beispiel.
Medienprodukte im Allgemeinen und Fernsehformate im Besonderen werden beim Nutzer normalerweise genau so angeliefert wie eben diese darmumhüllten Fleischwaren: portioniert, gewürzt, zubereitet und ohne den kleinsten Hinweis auf ihre Entstehungsprozesse. Tolle Wurst.
Zwar gibt es im Fernsehen die Tradition, vor Beauftragung der Serienfertigung eine Pilotfolge öffentlich zu verstrahlen; das betrifft allerdings in der Regel nur fiktionale Programme. Die Piloten, Dummies und Proof-Of-Concept-Experimentierereien, die im Vorfeld von Wissens- und Informations-Serienproduktionen anfallen, bekommt im Normalfall kein Außenstehender zu sehen. Das wollen wir ändern.
Gemeinsam mit den Kollegen der ZDF-Hauptredaktion Neue Medien und dem ZDF Infokanal werden wir über den Herbst ein paar neue Kurzformate entwickeln, die sich inhaltlich allesamt rund um die Themenkomplexe Netz-Kultur und -Politik drehen.
Formal wollen wir dabei ganz neue Trampelpfade herbeitrampeln, jenseits der inzwischen allseits bekannten El-Rep-Ästhetik-Fußwege. (Um Rückfragen vorzubeugen: Das bedeutet nicht, dass wir den Elektrischen Reporter als eigenständige Serie beerdigen, wir lassen ihn nur noch ein wenig weiterschlafen. Momentan.)
Diese Pilotfilmchen werden wir dann online und dezentral (URLs geben wir noch bekannt) Eurem harten Urteil stellen, um die Möglichkeit zu haben, Eure Kritik, Anregungen und Verbesserungsvorschläge im Falle einer Serienproduktion berücksichtigen zu können.
Wer lieber in seinem eigenen Blog (oder sonstwo) diskutieren will, kann das natürlich auch tun: Sämtliche Videos werden, wie gehabt, unter Creative-Commons-Lizenz (BY-NC-SA) stehen, einbettbar und downloadbar sein.
Mittlerweile ist es schon ein paar Wochen her; der Vollständigkeit halber schreibe ich es trotzdem auch mal hier 'rein: Meinereiner war nebst Kameramann im Auftrag des ZDF auslandsjournals in Toronto, Denver, Boston und Berlin unterwegs, um ein kritischen Beitrag über Apples App-Store-Politik zu recherchieren. Der sah dann so aus:
Für den ZDF Infokanal haben wir außerdem noch eine 15-minütige Langfassung zurechtgesägt (Mediathek).
Unsere kleine Blinkenfirma hat beide Beiträge komplett produziert, womit nun wohl endlich auch die Frage geklärt wäre, ob wir denn auch klassisches Fernsehen können (doch, doch, das werden wir bisweilen gefragt).
— Mario Sixtus, 29. Juni 2010, 14:37, Kommentare [2]